Keilschränke
Am gefragtesten waren Keilschränke im Zeitalter des Gründerzeit. Diese Nachfrage nach Keilschränke stellte das ca. 100-200 Jahre zuvor liegende Interesse nach Funktionsmöbel weit in den Schatten. Seinen Ursprung fand der Keilschrank wohl weit vor dem Zeitalter der Renaissance. Das Zeitalter der Entdeckungen trug einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung von Funktionsmöbel bei und unter dem Zutun von (Selbst-)Vermarktungsexperten (Menschen mit dem Talent, fremde Ideen aufzufassen um aus dieser Idee Profit zu schlagen) wurden Nachfragen eifrig mit entsprechenden Angeboten gedeckt.

Unbestritten, dass zusammenklappbare Feldbetten, Stühle wie auch Schreib- u. Aufbewahrungsmöbel zur Leichtigkeit tendierten. Natürlich fanden diese erwähnten Funktionsmöbel nicht immer in Privathäuser Verwendung, denn in diesen wurden hauptsächlich - vorausgesetzt es handelte sich um wohlhabende Häuser - Kabinett-, Sekretär- od. Tischmöbel verwendet.

Möbel, die wie Bausätze gefertigt wurden, war seinerzeit nichts für wohlhabende Häuser. Die Reichen zierten sich gerne mit dem Exquisiten und dazu gehörte ein einfacher Holzschrank womöglich noch ein Keilschrank gewiss nicht. In weniger wohlhabenden Häusern hingegen fanden solche Keilschränke durchaus Verwendung. So ein Keilschrank musste also nicht nur seinen Zweck als Alltagsmöbel erfüllen sondern auch als Mitgiftschrank mit auf die Reise ins neue Zuhause gehen.

So gilt der Keilschrank als ein eher volkstümliches Möbel.

Volkstümliche Möbel zeichnen sich durch schlichte Fertigung und Funktionalität aus. Einen auffällig regen Andrang erlebten volkstümliche Funktionsmöbel um 1600-1700 (im 15.-16. Jhdt) in amerikanischen Kolonien durch Siedler aus Europa.

Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts entstand ein neuer Trend. Das höfische Leben wurde weniger Formell, dadurch stieg in wohlhabenden Häusern, die Nachfrage nach "besonderen Möbeln" wie z.B. Klapptische, Spieltische, ... .

Und so kam es, in den oben benannten Jahrhunderten, dass prunkvolle Funktionsmöbel und schlichte Funktionsmöbel geschaffen wurden - beides entstand schlicht weil Nachfrage bestand und diese durch Geschäftsleute und dienstleistende Handwerker befriedet wurde. Selbstverständlich wurden die vielen Jahrhunderte davor ebenso Funktionsmöbel (z.B. Schemel mit Laden, Tische mit Laden, ...) gebaut, doch erst das Zeitalter der Entdeckungen förderte diesen Möbelsektor.

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Dieser Keilschrank ist ein schönes Beispiel für ein volkstümliches Funktionsmöbel aus Europa aus dem 19. Jhdt. im Übergang zum 20. Jhdt. mit breitem Gesims (Keile können ohne Umstände gesteckt werden), Unterbodenladen und geräumigem Innenraum.

Der Aussteuerschrank, umgangssprachlich auch "Mitgiftschrank" genannt, wurde meist von der Braut mit in die Ehe gebracht. In diesem Schrank befand sich dann auch meist das gesamte Mitbringsel der Frau, also die Aussteuer. Einige dieser Schränke wurden nachträglich, nachdem der zukünftige Nachname bekannt war, mit dem Namen der Braut versehen.

Wieso man einen Namen auf einen Schrank schrieb ist unklar. Einige lustige Theorien fallen einem dazu auf Anhieb ein, die wir hier nicht zu Wort bringen werden. Was wir aber aus langjähriger Erfahrung mit Antiquitäten sagen können ist, dass uns noch nie zwei idente Möbel auf denen beide Male der gleiche Name drauf stand eingeliefert wurden. Natürlich haben wir uns gefragt ob die Mitgift einer damaligen Braut aus nur einem einzigen Schrankmöbel bestand? Es kann aber auch gut möglich sein, dass der Name der Braut auf nur einem Schrank verewigt wurde und die restlichen Möbel (sofern die Braut solche bekam) entweder unbemalt waren oder keinen Namen erhielten.

Der antike Aussteuerschrank und seine heutige Bezeichnung

Wenn ein antiker Steckschrank oder bemalter Schrank sich so lange gehalten hat, dass er heute als Antiquität gilt, wird er in heutiger Zeit natürlich nicht mehr Aussteuerschrank genannt. Die gegenwärtige Bezeichnung solcher Schränke lautet also "antiker Schrank", "Keilschrank" oder "Bauernschrank", Letzteres ist unabhängig davon ob der Schrank aus einem provinziellem Haushalt stammt, wenn der Kasten außen mit Malerei oder in provinzieller Machart gefertigt wurde.

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